Sonntag, 14. Dezember 2008
Ein Versprechen einhalten?
soziales, 13:08h
Zwei Theorien sind vorhanden wenn es darum geht warum sich Menschen an Versprechen halten. Die erste ist, dass Menschen die Erwartungen anderer nicht enttäuschen wollen und die Zweite, dass ein Versprechen einen gewissen Wert darstellen der sogar unabhängig von anderen Personen ist.
Beide Theorien sind verständlich jedoch welche der beiden steht mehr im Vordergrund? J. Denissen Universitätsprofessor für Psychologie ist der Ansicht, dass für ein bestimmtes Verhalten meist eine Mehrzahl von Motiven verantwortlich – so kann als Beispiel ein gebrochenes Versprechen ebenso ein schlechtes Gewissen und in Folge Angst vor Bestrafung nach sich ziehen (wenn man denn erwischt wird oder es offensichtlich wird). Eine andere Person legt wiederum Wert auf Ehrlichkeit und hält deshalb seine Zusage ein
Um herauszufinden welche weiteren Motive im Vordergrund stehen könnten forschte C. Vanberg (Max Planck Institut) auch in Richtung Ökonomie – in dieser herrscht die Meinung, dass das ein bestimmtes Verhalten auch durch die Erwartungshaltung der Mitmenschen bestimmt wird. Dieser zeigte in einer Studie, dass, dass moralische Verpflichtungen ebenfalls ein wesentliches Motiv sind.
(Klar ist, dass diese Verpflichtung im Laufe der Zeit erst antrainiert werden und nicht von Geburt an bestehen).
Untersucht hat er dies mit dem Diktatorspiel welches jeweils 2 Personen „spielen“. Derjenige der die Rolle als Diktators einnimmt erhallt 14 Euro und hat die Möglichkeit den gesamten Betrag für sich zu behalten oder eben zu teilen – im Fall einer Teilung erhält jedoch jeder 10 Euro somit hätte er die Möglichkeit 4 Euro mehr zu erhalten.
Vor dem Spielstart machten sich viele Teilnehmer untereinander aus, dass sie auf jeden Fall teilen würden – egal wer die Rolle als Diktators zugewiesen bekommen würde. Und auch tatsächlich hielten sich viele an die ausgemachte Abmachung (verzichteten somit auf 4 Euro).
Ob nun die Erwartungshaltung des Empfängers eine Rolle wurde in einem weiteren Durchgang geprüft. 50% der Teilnehmer wurden nach ihrer Besprechungsphase neu eingeteilt und erhielten andere Partner (Diktator) ohne dass es ihnen mitgeteilt wurde. Diese gingen davon aus, dass das Versprechen noch gültig sei – genau das wurde den neuen Diktatoren auch mitgeteilt.
Somit müsse der Neue (nach der Theorie der Erwartungserfüllung) auch dieses Versprechen halten was jedoch nicht der Fall war – somit spielte die Erwartungshaltung des Anderen keine Rolle.
Beide Theorien sind verständlich jedoch welche der beiden steht mehr im Vordergrund? J. Denissen Universitätsprofessor für Psychologie ist der Ansicht, dass für ein bestimmtes Verhalten meist eine Mehrzahl von Motiven verantwortlich – so kann als Beispiel ein gebrochenes Versprechen ebenso ein schlechtes Gewissen und in Folge Angst vor Bestrafung nach sich ziehen (wenn man denn erwischt wird oder es offensichtlich wird). Eine andere Person legt wiederum Wert auf Ehrlichkeit und hält deshalb seine Zusage ein
Um herauszufinden welche weiteren Motive im Vordergrund stehen könnten forschte C. Vanberg (Max Planck Institut) auch in Richtung Ökonomie – in dieser herrscht die Meinung, dass das ein bestimmtes Verhalten auch durch die Erwartungshaltung der Mitmenschen bestimmt wird. Dieser zeigte in einer Studie, dass, dass moralische Verpflichtungen ebenfalls ein wesentliches Motiv sind.
(Klar ist, dass diese Verpflichtung im Laufe der Zeit erst antrainiert werden und nicht von Geburt an bestehen).
Untersucht hat er dies mit dem Diktatorspiel welches jeweils 2 Personen „spielen“. Derjenige der die Rolle als Diktators einnimmt erhallt 14 Euro und hat die Möglichkeit den gesamten Betrag für sich zu behalten oder eben zu teilen – im Fall einer Teilung erhält jedoch jeder 10 Euro somit hätte er die Möglichkeit 4 Euro mehr zu erhalten.
Vor dem Spielstart machten sich viele Teilnehmer untereinander aus, dass sie auf jeden Fall teilen würden – egal wer die Rolle als Diktators zugewiesen bekommen würde. Und auch tatsächlich hielten sich viele an die ausgemachte Abmachung (verzichteten somit auf 4 Euro).
Ob nun die Erwartungshaltung des Empfängers eine Rolle wurde in einem weiteren Durchgang geprüft. 50% der Teilnehmer wurden nach ihrer Besprechungsphase neu eingeteilt und erhielten andere Partner (Diktator) ohne dass es ihnen mitgeteilt wurde. Diese gingen davon aus, dass das Versprechen noch gültig sei – genau das wurde den neuen Diktatoren auch mitgeteilt.
Somit müsse der Neue (nach der Theorie der Erwartungserfüllung) auch dieses Versprechen halten was jedoch nicht der Fall war – somit spielte die Erwartungshaltung des Anderen keine Rolle.
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Montag, 22. September 2008
Elterngeld im Vergleich
soziales, 20:06h
Das Statistische Bundesamt hat beim Elterngeld einen Vergleich zwischen Einkommensersatzleistung und Mindestbetragszahlung durchgeführt und kam auf ein interessantes Ergebnis. Von den jeweiligen Elternteilen bezogen 53 % den Einkommensersatz und 47 % den Mindestbetrag. Ein solches Ergebnis hatte niemand vermutet, denn es beläuft sich auf fast jeweils die Hälfte. Zusätzlich bekamen von den insgesamt 399.000 Elternteilen zum Einkommensersatz 50.000 Leute einen Bonus für Geschwister und/oder einen Mehrlingszuschlag. Der Bonus für Geschwister beläuft sich auf 10 % des Elterngeldes und ist mit einem Minimum von 75 Euro festgehalten worden. Beim Mehrlingszuschlag erhält der Elternteil 300 Euro für das zweite Kind und natürlich alle weiteren Kinder. Allerdings von 353.000 Personen, die Elterngeld bezogen in Verbindung mit dem Mindestbetrag, bekamen 230.000 Elternteile nur den Mindestbetrag von 300 Euro. Hinzukommend erhielten 230.000 Elternteile den Bonus für Geschwister und/oder den Mehrlingszuschlag. Dieser Vergleich ist wirklich erstaunlich und wäre ohne das Statistische Bundesamt wahrscheinlich nie ans Tageslicht gekommen.
Haben die Mütter und Väter vor der Geburt des Kindes gearbeitet, erhalten sie den Einkommensersatz. Dies gilt auch für Personen die nur Teilzeit gearbeitet haben oder Geringverdiener waren. Liegt der Anspruch unter den 300 Euro, so bekommen die Elternteile den Mindestbetrag. Dieser kommt meistens zur Anwendung, wenn die Eltern vorher nicht arbeiten gegangen sind. Insgesamt 93 % der betroffenen Mütter und Väter waren vor der Geburt ihres Kindes nicht berufstätig. Nur ganze 7 % haben vorher gearbeitet und erhielten den erhöhten Mindestbetrag, da der Anspruch für Elterngeld unter den 300 Euro lag.
Am meisten bekamen den Einkommensersatz die Elternteile aus den Bundesländern Bayern, Sachsen und Brandenburg und in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen wurde am wenigsten gezahlt.
Durchschnittlich bekam also jeder Zweite in Bremen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen das Elterngeld gestützt auf den Mindestbetrag. Dadurch war der Anteil in Bayern, Sachsen und Brandenburg wesentlich geringer. Diese Ergebnisse bezogen sich auf den Zeitraum vom 01.01.2007 bis Anfang Juni 2008.
Haben die Mütter und Väter vor der Geburt des Kindes gearbeitet, erhalten sie den Einkommensersatz. Dies gilt auch für Personen die nur Teilzeit gearbeitet haben oder Geringverdiener waren. Liegt der Anspruch unter den 300 Euro, so bekommen die Elternteile den Mindestbetrag. Dieser kommt meistens zur Anwendung, wenn die Eltern vorher nicht arbeiten gegangen sind. Insgesamt 93 % der betroffenen Mütter und Väter waren vor der Geburt ihres Kindes nicht berufstätig. Nur ganze 7 % haben vorher gearbeitet und erhielten den erhöhten Mindestbetrag, da der Anspruch für Elterngeld unter den 300 Euro lag.
Am meisten bekamen den Einkommensersatz die Elternteile aus den Bundesländern Bayern, Sachsen und Brandenburg und in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen wurde am wenigsten gezahlt.
Durchschnittlich bekam also jeder Zweite in Bremen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen das Elterngeld gestützt auf den Mindestbetrag. Dadurch war der Anteil in Bayern, Sachsen und Brandenburg wesentlich geringer. Diese Ergebnisse bezogen sich auf den Zeitraum vom 01.01.2007 bis Anfang Juni 2008.
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Sonntag, 20. Juli 2008
"baby watching" hilft agressiven Kindergartenkindern
soziales, 14:22h
Die Idee stammt ursprünglich aus den USA und wurde von Henry Parens entwickelt, einem Kinderanalytiker und Aggressionsforscher aus Philadelphia, der es sich zum Ziel gesetzt hat, aggressive Verhaltensstörungen bereits bei Kindern im Kindergartenalter zu begnen und sich allgemein gegen Hass und Rassismus zu stellen. Selbst Opfer einer traumatischen Kindheit, als er mit 12 Jahren aus Belgien nach Frankreich in die USA flüchten musste und während seiner Flucht in einem südfranzösischen Internierungslager seine Mutter verlor, die anschliessend 1942 in Auschwitz ermordet wurde, beschloss er, Wege zu finden, die Kindern ermöglichen, mit ihrer Aggression fertigzuwerden.
Seine Methode wurde von OA Dr. Karl-Heinz Brisch am Haunerschen Kinderspital in München aufgegriffen und in einem Modellversuch umgesetzt, ab Herbst wird das „B.A.S.E Babywatching“ mit Hilfe der Caritas Erziehungsberatungsstelle im Landkreis eingeführt. Der Modellversuch hat eindeutig gezeigt, dass bei Kindern, die einmal die Woche eine halbe Stunde lang ein Baby beobachten, und seine Interaktionen mit der Mutter, die Aggressionstendenzen abnehmen, ebenso wie Ängste und das Einfühlungs- und Empathievermögen der Kinder deutlich zunimmt. Bereits von Dr. Parens wurde der Effekt beschrieben, und auch analytisch erklärt. Es scheint fast, als würde diese Interaktion zwischen Mutter und Baby manchen Kindern schon allein durch das Beobachten das geben zu können, was sie selber nie oder nicht ausreichend erfahren konnten.
Die Arbeit von Dr. Brisch wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert zeigt deutlich die erzielbaren Erfolge – die Kinder können sich nicht nur in Mutter und Kind empathischer einfühlen, sondern beginnen auch, die gesteigerte Empathiefähigkeit in ihren eigenen persönlichen Beziehungen umzusetzen und auf alltägliche Situationen zu übertragen. Das Sozialverhalten ebenso wie die Ängste bessern sich bei den Kindern deutlich, die Ichbezogenheit gerade der aggressiven, verhaltensauffälligen Kindern tritt zurück zugunsten eines mehr sozialen und gemeinschaftlich orientierten Verhaltens. Das verfügbare Verhaltensrepertoire wird um nicht-aggressive Verhaltensweisen bereichert und ermöglicht den Kindern, in bestimmten Situationen auch nicht aggressiv zu reagieren, und sich somit in ihrem Sozialverhalten einen großen Schritt weiterzuentwickeln.
Im Herbst ist geplant, die Kindergärten im Landkreis anzuschreiben und zu informieren, so Gertrud Wölke von der Erziehungsberatungsstelle der Caritas. Auch ein Video gibt es, das die Veränderungen im Sozialverhalten auffälliger und aggressiver Kinder überraschend deutlich zeigt. Vor allem sei die Methode recht einfach und kostengünstig und vor allem zeitlich gut einsetzbar, als Prävention dennoch von unschätzbarem Wert, meint Wölke. Für die Erzieherinnen gibt es einen Fortbildungstag bei Dr. Brisch, um B.A.S.E – Gruppenleiterin zu werden. Weitere Schulungen zur B.A.S.E. Mentorin werden ebenfalls angeboten, Mentoren dürfen auch Supervision für Gruppenleiterinnen anbieten.
Erste Umsetzungen haben eine große Resonanz erzeugt, auch die Eltern scheinen von dem Ansatz begeistert zu sein. Eigentlich erstaunlich, mit welch einfachen Dingen man oft schwierig zu handhabenden Problemen erfolgreich begegnen kann.
Seine Methode wurde von OA Dr. Karl-Heinz Brisch am Haunerschen Kinderspital in München aufgegriffen und in einem Modellversuch umgesetzt, ab Herbst wird das „B.A.S.E Babywatching“ mit Hilfe der Caritas Erziehungsberatungsstelle im Landkreis eingeführt. Der Modellversuch hat eindeutig gezeigt, dass bei Kindern, die einmal die Woche eine halbe Stunde lang ein Baby beobachten, und seine Interaktionen mit der Mutter, die Aggressionstendenzen abnehmen, ebenso wie Ängste und das Einfühlungs- und Empathievermögen der Kinder deutlich zunimmt. Bereits von Dr. Parens wurde der Effekt beschrieben, und auch analytisch erklärt. Es scheint fast, als würde diese Interaktion zwischen Mutter und Baby manchen Kindern schon allein durch das Beobachten das geben zu können, was sie selber nie oder nicht ausreichend erfahren konnten.
Die Arbeit von Dr. Brisch wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert zeigt deutlich die erzielbaren Erfolge – die Kinder können sich nicht nur in Mutter und Kind empathischer einfühlen, sondern beginnen auch, die gesteigerte Empathiefähigkeit in ihren eigenen persönlichen Beziehungen umzusetzen und auf alltägliche Situationen zu übertragen. Das Sozialverhalten ebenso wie die Ängste bessern sich bei den Kindern deutlich, die Ichbezogenheit gerade der aggressiven, verhaltensauffälligen Kindern tritt zurück zugunsten eines mehr sozialen und gemeinschaftlich orientierten Verhaltens. Das verfügbare Verhaltensrepertoire wird um nicht-aggressive Verhaltensweisen bereichert und ermöglicht den Kindern, in bestimmten Situationen auch nicht aggressiv zu reagieren, und sich somit in ihrem Sozialverhalten einen großen Schritt weiterzuentwickeln.
Im Herbst ist geplant, die Kindergärten im Landkreis anzuschreiben und zu informieren, so Gertrud Wölke von der Erziehungsberatungsstelle der Caritas. Auch ein Video gibt es, das die Veränderungen im Sozialverhalten auffälliger und aggressiver Kinder überraschend deutlich zeigt. Vor allem sei die Methode recht einfach und kostengünstig und vor allem zeitlich gut einsetzbar, als Prävention dennoch von unschätzbarem Wert, meint Wölke. Für die Erzieherinnen gibt es einen Fortbildungstag bei Dr. Brisch, um B.A.S.E – Gruppenleiterin zu werden. Weitere Schulungen zur B.A.S.E. Mentorin werden ebenfalls angeboten, Mentoren dürfen auch Supervision für Gruppenleiterinnen anbieten.
Erste Umsetzungen haben eine große Resonanz erzeugt, auch die Eltern scheinen von dem Ansatz begeistert zu sein. Eigentlich erstaunlich, mit welch einfachen Dingen man oft schwierig zu handhabenden Problemen erfolgreich begegnen kann.
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